Der Glykemische Index
Ähnlich wie bei den Proteinen die Biologische Wertigkeit(BW), dient der Glykemische Index(GI) mit zur qualitativen Beurteilung der Kohlenhydrate. Der Glykemische Index wird mit Werten von 1 bis 100 angegeben und steht in Verbindung mit der Blutzuckermenge und der dadurch resultierenden Insulinausschüttung ins Blut.
Alle Kohlenhydrate, egal ob kurz-, mittel-, oder langkettig, werden im Verlauf der Verdauungsvorgänge zerlegt bzw. aufgespalten und gelangen letztendlich in Form von Glucose in den Blutstrom. Ein großer Teil der Glucose wird in die Leber transportiert und dort in Form von Glykogen eingelagert, sozusagen als eiserne Reserve. Ein weiterer Teil der Glucose wird über den Blutstrom zu den Zellen transportiert, wo sie dann als direkter Muskeltreibstoff zur Verfügung steht und z.B. die Energie fürs Training liefert. An den Zellen angelangt, kommt dann die Funktion des Hormon Insulin zum Einsatz. Insulin ist für die Aufnahme der Glucose in die Zellen Grundvoraussetzung. Vergleichbar wie ein Schlüssel, schließt Insulin die Zellen auf und ermöglicht so erst die Aufnahme der Glucose in die Zellen.
Kurz-, mittel-, und langkettige Kohlenhydrate stehen also in direkter Verbindung zum Glykemischen Index. Ins besondere jedoch die kurzkettigen Kohlenhydrate haben eine gravierende Wirkung auf den Glykemischen Index und der daraus resultierenden Insulinausschüttung. Kurzkettige Kohlenhydrate liegen bereits bei der Nahrungsaufnahme in nahezu zerlegter, aufgespaltener Form vor. Der Körper hat also bei dieser Form der Kohlenhydrate wenig Verdauungsarbeit zu leisten, weshalb kurzkettige Kohlenhydrate nach der Aufnahme auch schnell ins Blut gelangen – wie z.B. beim Traubenzucker – und nicht häppchenweise, wie es bei den langkettigen Kohlenhydrate der Fall ist. Durch die hohe Konzentration im Blutserum reagiert der Körper indem die Bauchspeicherldrüse ent sprechend viel Insulin produziert und ins Blut abgibt. Man könnte vereinfacht sagen, je kurzkettiger das mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrat, desto höher der Glykemische Index und die dadurch bedingte Insulin menge. Je näher der Glykemische Index eines kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel an den 100-Wert herankommt, desto größer ist nachfolgend die Insulinmenge im Blut. Die Zellen haben jedoch nur eine begrenzte Aufnahmekapazität für Kohlenhydrate und die ist mit ständiger Zufuhr kurzkettiger Kohlenhydrate entsprechend schnell erreicht. Es kommt dann zu einem nicht verwertbaren Überangebot, welches vom Körper nicht ungenutzt bleibt. Die Folge ist eine Speicherung dieses Überschusses in andere Vorratdepots des Körpers. Getreu dem Motto – “Nichts darf verkommen”, lagert der Körper diesen Überschuß dann in den Fettzellen ein. Gleiches gilt natürlich auch für ein Überschuß an Fetten.
Die kurzkettigen Kohlenhydrate – wie z.B. in Süßwaren, Gebäck, Kuchen usw. begünstigen diesen negativen Prozeß sozusagen doppelt. Einerseits führen sie schnell zu einem nicht verwertbaren Überangebot mit entsprech end hoher Insulinausschüttung, andererseits aktiviert das Hormon Insulin Enzyme, die wiederum die Einlagerung in den Fettzellen begünstigen. Viel Insulin, plus viel Glucose aus Einfachzucker und ein Überange bot von Nahrungsfett, ergibt volle Fettspeicher und bei ständiger Wiederholung bleiben diese auf Dauer bestehen und wachsen ständig weiter, der Körperfettanteil nimmt zu. Abgesehen vom Anstieg des Körperfettanteils, wird durch diese Ernährungsweise auch die Entstehung bestimmter Stoffwechselerkrankungen – wie z.B. Diabetes (Zuckerkrankheit) begünstigt. Der größte Teil Ihrer täglich aufgenommenen Kohlenhydrate sollte deshalb in Form von komplexen Kohlenhydrate, mit niedrigem Glykemischen Index erfolgen. Hierzu zählen z.B. Lebens mittel wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Gemüse usw.. Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit können Sie so optimal forcieren. Süßigkeiten sind zwar äußerst schmackhaft und verlockend, enthalten aber fast ausschließlich Einfachzucker und immer zu viel Fett.






